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Rhythm Is A Dancer!

Warum Metrum und Rhythmus wichtig sind

In den 80ern ging‘s los, die Technowelle. Ich, Teenieweeni, musste mir das anschaun. Ich wollte es verstehen. Allein, drogenfrei und mit Ohrstoppeln gerüstet exkursionierte ich in die Soundhöhlen zu den babylonischen Subwoofertürmen und studierte die Atmosphäre. Damals wurde mir klar: Verschiedene Musikstile wollen ihren Konsumenten verschiedene emotionale Zustände verkaufen.

Ein Metrum muss her!

Schon die Griechen wussten um die Wirkung von Rhythmus. Sie haben deshalb ihre Theaterstücke im Versmaß geschrieben, also nicht nur gereimt, sondern in wohl gefeilte Rhythmen gepackt. Warum? Weil das Wort unseren Intellekt erreicht, der Rhythmus aber unsere Emotion.

Ich kann keinem Rhythmus lauschen, ohne dass sich mein Herzschlag daran angleichen möchte — mein Körper wird, ob ich will oder nicht, beeinflusst, beginnt mitzuschwingen und will tanzen.

Aber: Das Herz braucht eine gewisse Zeit, um sich mit dem Rhythmus zu synchronisieren. Deshalb nützt es den Griechen nicht, wenn sie stundenlang in Reimen rezitieren, dabei aber holpern, gegen den Reim betonen und kein konstantes Metrum halten. So werden sie ihr Publikum nicht von den Steinstufen reißen!

Dies hier fand ich in meiner Sprechermappe (Urheber mir unbekannt. Wer‘s weiß, bitte melden!):

Worte an einen Schauspieler

Wenn du Gedichte liest, dann musst du wissen
Wie sich der Vers, der Reim, der Takt gestalten.
Sonst wird der Zuhörer sehr bald erkalten,
Und jede Ordnung im Gedicht vermissen.

Denn nur wenn sie in stetem Rhythmus fließen,
Die Worte, wird ihr Sinn gehalten.
Weil Rhythmus, Maß und Takt sind Urgewalten,
Die aus der Tiefe uns‘rer Seele sprießen.

Das Metrum ist die strenge, gold‘ne Mühle.
Das Metrum muss das Wort zum Klingen bringen.
Drum lass‘ das „Zeilen-Ende-Überspringen“.

Hör auf zu färben, pfeif auf die Gefühle,
Sonst wird der Vortrag niemals dir gelingen.
Vertraue auf des Wortes klare Kühle.

Übe, übe, übe mit Metronom!

Je konstanter das Tempo, je exakter das Metrum, desto stärker zwingen wir unsere Zuhörer in die Trance, desto unwiderstehlicher wird der Wunsch, zur Musik mitzutanzen.

Herrscht über das Metrum, setzt die Konsonanten punktgenau und gewählt, nützt die Aspiration, um Rhythmus zu unterstreichen! Hudelt [eilt] nicht, schleppt nicht, schlampt nicht, groovt und swingt. Dies ist eure Waffe gegen die Langeweile!

Published inGrooveÜben

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