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2. Üben, üben, üben: Was und wie?

Der beste aller Stiefsöhne hat Muckis, meiner Sö! Ich fragte ihn: Kann man Bodybuilder werden, wenn man zwei Mal die Woche eine halbe Stunde trainiert? Nein, nie und nimmer. Das braucht schon erheblich mehr Engagement und Köpfchen. Wer erfolgreich sein will, muss mit Plan und Ausdauer vorgehen.

Leistungssport braucht Kraft, Kondition, Flexibilität und Synapsen, die unser Hirnschmalz locker flockig rinnen lassen. Wer einmal Herrn Pavarotti, Meister Mercury oder Dame Houston singen gehört hat, kann nicht annehmen, dass ihr Einsatz einem Spaziergang durch den Vorgarten gleicht.

Nur, selbst wenn ich den unbedingten Willen in mir entdecke, wenn das Feuer mich verzehrt, was wäre der Plan?

Ein Gesangslehrer, juhuu!!!!

Gratulation. Hier hat sich jemand aufs Abstellgleis gestellt, hier wird er auch nicht abgeholt. Warum?

Ganz einfach: Weil ein Gesangslehrer im besten Falle nicht mehr als ein Coach sein kann. Die Verantwortung muss immer noch von uns selbst getragen werden. Niemand auf der ganzen Welt ist interessiert daran, uns zu unserem angestandenen Selbst zu führen. Nicht einmal die Mama. Die interessiert sich nämlich, genauso wie jeder andere auch, ausschließlich für ihre eigenen Pläne.

Die für alle SängerInnen wichtigste Regel ist, und da könnt ihr mich mit rohen Eiern bewerfen, ich wanke nicht: Jeder ist für sich selbst verantwortlich.

Jeder ist anders, jeder will anderes, jeder braucht anderes.

Es gibt keine universelle, perfekte Gesangstechnik für alle

Es gibt nur Entscheidungen, wie man klingen und was man machen will.

Allerdings kann man sich für ein Zusammenspiel von Stütz- und Kehlkopfmuskulatur entscheiden, bei dem die Stimmbänder besonders effizient und mühelos schwingen, so dass man lange und laut singen kann, ohne sich selbst zu verletzen. Wer sich dieser Realität ergibt, kann seinen Klangvorstellungen treu bleiben und seinen Gesangslehrer Lügen strafen.

Die allererste Aufgabe sollte sein, die Grundvoraussetzungen für gesundes Singen in Erfahrung zu bringen. Was bedeutet Stütze, wie fühlt und hört sich ein guter Stimmbandschluss an?

Wenn ihr schnell heiser werdet oder dauerhaft heiser seid, dann solltet ihr beim HNO eures Vertrauens nachprüfen, ob dem organische Ursachen wie z.B. ein Stimmbandödem oder ein schlechter Stimmbandschluss zu Grunde liegen. Eure Stimmbänder müssen gesund sein, wenn ihr sie trainiert!

Die zweite Aufgabe für euren persönlichen Übungsplan ist, herauszufinden, wo ihr gerade steht, was ihr könnt, was euch schwer fällt, wo ihr hin wollt, von wo ihr weg wollt.

Da empfehle ich, über den eigenen Geschmack hinweg zu steigen und auch den Vergleich mit SängerInnen zu wagen, die ihr nicht mögt. Sie raunzt? Kann ich das auch? Nein? Ja, warum eigentlich nicht? Er kann rauf und runter jodeln in einer Geschwindigkeit, die mir den Hut vom Kopf bläst! Gefällt mir nicht? Kann schon sein, aber nachmachen kann ichs nicht, also lieber ins Repertoire nehmen und dann lästern, denn sonst bin ich nur ein Neider.

So in etwa könnte euer Faktencheck für eure Stimme aussehen. Im Sinne eurer Eigenverantwortung kann dieses PDF nur als Vorschlag dienen. Ich an eurer Stelle würde so scharf wie’n Messer euren Status Quo ermitteln. Und regelmäßig nachschärfen!

Published inGrundsätzlichesÜben

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